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Praxisbeispiel 1

Römisches Mosaikmedaillon aus dem Römisch-Germanischen Museum in Köln

Im Rahmen einer Diplomarbeit an der Fachhochschule Köln, Institut für Konservierungs- und Restaurierungswissenschaften, wurde eine neue Ergänzungsmethode an einem Mosaikfragment mit künstlich hergestellten Mosaiksteinen entwickelt und angewendet.

Das Fußbodenmosaik, ein kleiner Teil eines gesamten Fußbodens, wurde 1865 in Köln geborgen. Durch diesen Eingriff gingen viele Fragmente verloren, die anschließend unsachgemäß restauriert und auf einen stahlbewerten Betonträger fixiert wurden. Eines der zwei erhaltenen Medallions des Mosaiks wurde während des 2. Weltkriegs sehr stark zerstört. Eben dieses zerstörte, in nahezu 50 Teilen zerbrochene Rosetten-Medaillon wurde untersucht, dokumentiert und restauriert.

Durchgeführte Maßnahmen

  • Dünnung und Abnahme des schweren, armierten Zementträgers
  • Zusammensetzen und Fixieren der Mosaikfragmente mit Kalkspachtel, modifiziert durch Zusatz von Rheinsand, Perliten und Acrylharzdispersion, auf einem mit Ziegelsplitt beschichteten Aerolam-Träger.
  • Rissverfüllung zwischen den fixierten Mosaikfragmenten mit Kalkinjektionsmörtel
  • Herstellung künstlicher Tesserae aus modifizierten Kalkinjektionsmörteln, an die originale Farbigkeit angepasst
  • Fehlstellenschließung mit den künstlich hergestellten Tesserae; Einbettung in einen Kalkmörtel aus Kalkbindemittel, Marmormehlen, Ziegelmehl und Pigmenten
  • Verfugen sowohl der neu versetzten als auch der orginalen Flächen mit einem eingefärbten Kalkmörtel aus Kalkbindemittel, Marmormehlen, Ziegelmehl und Pigmenten

Ausführung

Sophia Maria Michnia
Dipl.- Restauratorin (FH), Windeck

Auftraggeber/Betreuung

Römisch-Germanisches Museum Köln/ Professor Adrian Heritage, Christoph Schaab

Verwendete Materialien von Kalk Kontor

Kalkspachtel grob, KalkInjektionsmörtel, KalkVolltonfarben, Kalkbindemittel

Mosaik nach dem Zusammenfügen auf der Aerolamplatte Einsetzen der neuen Tesserae
Rechts: originales Tesserae, links: neu gegossenes unpigmentiertes Tesserae Detail vor der Rekonstruktion
Mosaik nach Restaurierung

Praxisbeispiel 2

In-situ-Konservierung von Mosaikfußböden in Massada

Reste der byzantinischen Kapelle auf Massada, Israel Hohl- und Rissrauminjektion vor Ort
Detail des Mosaiks

Massada, ein Felsplateau am Toten Meer gelegen, wurde zunächst von Herodes als Fliehburg konzipiert. In der byzantinischen Zeit wurde auf dem Plateau auch eine Kapelle gebaut, die hervorragende Fußbodenmosaike zeigt. Nach Ergrabung und Öffnung der Mosaike für den Tourismus kam es zur Bildung von Hohllagen unter dem Mosaik. Durch Einbrüche der Hohlstellen durch die Begehung kam es zu starken Zerstörungen und Verlusten an Originalsubstanz.

Ziel der Restaurierung war die In-situ- Konservierung der Mosaikfußböden. Mit Hilfe des Kalkinjektionsmörtels konnten die Mosaike großflächig hinterfüllt und den Besuchern wieder zugänglich gemacht werden.

Ausführung

Asi Schalom, Israel

Material

Kalkinjektionsmörtel

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